12.06.2006 Langeland Race

1.Tag, Fr 02.06:
Noch völlig kaputt, nach 1 Woche schwerer Grippe, die Entscheidung ob wir tatsächlich zur Regatta fahren, wurde von mir bis zur letzten Minute hinausgeschoben, starten Garrit und ich gegen 16.00 Uhr in Bad Schwartau beim SSV. Erst mit Nordost- bis Ostwind, kurze Flaute zwischendurch, kommt dann ab Dahmeshöved der vom Wetterbericht versprochene NW mit 5-6 Bft., Regenschauer inklusive. Der übliche Strom im Sund und die nächtliche Begegnung mit einem Kümo an der engsten Stelle des Fahrwassers, machten die Sache nicht angenehmer. Aber gegen 23.30 Uhr waren wir in Ortmühle fest, wo schon der Rest der Crew wartete.

2.Tag, Sa 03.06.: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!
Der Handywecker klingelt pünktlich um halb sieben, doch was nützt es, wenn der Empfänger des Signals, trotzdem weiterschläft? Kurz nach acht hochgeschreckt: Alarm!, Skippermeeting!, Klamotten an, rein in die Halle, Kaffee gegriffen, kurz gemeldet: “Doch die GUMBOOTS ist auch hier!”, ah da liegen ja die Segelanweisungen, her damit ....!
Okay, ein wenig Frühstück, hektisches Klarmachen des Bootes und ab zum Start, der war ganz leidlich, wir sind gut und später ausgesprochen gut dabei. Ein Knall im Rigg, die schlappe Genua III deutet es an: Fall gebrochen! Drei Minuten später steht das Segel, mit Hilfe des Spifalls wieder! Gute Arbeit! Doch wo müssen wir eigentlich hin? Ah, ja, die erste Tonne des Kiel-Fehmarnsundweges soll es sein, alles klar, danach mit Anlieger zur KO 4, dann die DW 61 fast im Belt und weil ja die IMS-Schiffe und wir die lange Bahn segeln sollen, noch einmal nach Süden und dann ins Ziel nach Bagenkop, ungefähr so ... Also wir auf dem Weg nach Süden, “EINSTEIN für 4” kommt uns entgegen und grüßt freundlich, wir grüßen zurück, ebenfalls freundlich, denn wir haben gut lachen, schließlich liegen wir vorne ... KO 4 erreicht, jetzt nochmal die Tonne DW 61 dann ins Ziel, doch eigentlich müsste uns jetzt langsam die “EINSTEIN” wieder entgegenkommen, nicht zu sehen, nein aufgeben werden die nicht, irgend etwas stimmt nicht, Segelanweisungen raus: Was steht da in der Überschrift:
2005! Eine böse Ahnung stellt sich ein: da wir bekannter Maßen das Jahr 2006 schreiben, ist die Segelanweisung wohl veraltet und somit hinfällig, vermutlich gilt in diesem Jahr für uns wohl nur die kurze Bahn .... Okay, “EINSTEIN” gewinnt und wir sind zehn wunderbare Seemeilen mehr gesegegelt! In Bagenkop ist es kalt und windig, die Party aber trotzdem, dank, schier endloser Bier- und Grillfleischvorräte, äußerst erfolgreich, nur der Skipper ist irgendwie in frostiger Stimmung ...

3.Tag, So 04.06.: Nur fliegen ist schöner!
Aufstehn, Skippermeetig, diesmal passe ich genau auf, wo wir lang fahren sollen, alles klar, draußen ist Wind, mindestens 6 Bft aus NW-N, in den Böen noch etwas mehr. Wir machen uns noch einmal Mut, nein es wird nicht gerefft und selbstverständlich fahren wir Spi, denn die “EINSTEIN” ist bei raumen Wind schneller als wir. Alles soll gegeben werden und es funktioniert. Nach wunderbaren, na, fast könnte man “Surfs” sagen, obwohl sich das bei der GUMBOOTS mit ihren sieben Tonnen Gewicht, vielleicht etwas dick aufgetragen anhört und genau 3:31 Stunden sind wir als Erster unserer Zwei-Boote-Ausscheidung an der Tonne Heiligenhafen 1 im Ziel. Ein großer Fight, ein schöner Sieg!

Dank an Crew und Schiff! Nicht zu vergessen an die Veranstalter und Sponsoren, die uns dieses Rennen ermöglichten und vor allem an die
Fa. Jan Segel, deren Sachpreis in Form eines 500,- € Gutscheins, uns, für unseren zehn Seemeilen Extratrip, zugesprochen wurde.


Martin

 

05.07.2006 GUMBOOTS das erste Mal bei den Sunddreiecken

Am Freitag den 09.06. fahre ich nach Lemkenhafen, die GUMBOOTS liegt bereits dort, wir wollen an den Sunddreiecken des SVLF teilnehmen. Es sind noch einige Schäden des Langeland-Race zu reparieren: Genuafall neu spleißen, zwei Klemmen kaputt, der Niedergang hat Teile seines hölzernen Rahmens eingebüßt, die von der Fa. Eissing reparierten Instrumente liegen bei der freundlichen Hafenmeisterin Esther, außerdem das übliche Ausrüsten: Wasser, Bier, Frikadellen, Kekse, Bananen ...Am Abend kommt Sonja und hilft!
Bei den letzten Handgriffen ist es bereits dunkel, doch wir werden fertig.
Am Sonnabend ein nettes Frühstück im Vereinshaus des SVLF, Steuermannsbesprechung, die Kurse durch den Sund gefallen mir gut, dann gehts los. Der erste Start war mäßig (Das müssen wir nochmal üben!), die erste Kreuz auf der Bahn bringt uns auch nicht viel weiter, CHICA und PICARO gehen vor uns um die Tonne. Beim Spigang sind wir etwas konsequenter beim Spitzen, halsen einmal mehr, an der Tonne Heiligenhafen-Nord sind die drei Schiffe gleich auf, doch Georg mit seiner PICARO kommt innen durch und ist weg, ärgerlich, wirklich ärgerlich! Der Skipper macht sich Luft .... Im Ziel fehlen uns dann 5 Sekunden zum Sieg in der ersten Wettfahrt...!

Der zweite Start zu der etwas längeren Strecke gelingt auch nicht viel besser, die gleiche Situation an der ersten Tonne, zu dem wird der Wind langsam weniger, nicht gerade die besten Bedingungen für die alte, etwas schwere Lady, doch diesmal sind wir noch radikaler in den taktischen Entscheidungen und spitzen, während CHICA und PICARO in der Mitte irgendwie vor dem Wind fahren, weit nach Norden und sind am Leefass deutlich nach vorne gekommen, CHICA achter aus, gilt es nur noch irgendwie die PICARO einzuholen, doch erstmal Halbwind, da ist nicht viel zu machen, dann kommt die Kreuz, wir fahren nicht der PICARO hinterher, suchen und finden den eigenen Wind. An der Tonne Fehmarnsundweg 2 ist das Ziel ausgelegt, Bahnverkürzung, wir gehen mit der PICARO fast zeitgleich durch das Ziel, das bedeutet: Sieg in der 2. Wettfahrt und Gesamtsieg für die GUMBOOTS!

Die Freude ist groß, hatten wir doch nach einem taktisch klugen Rennen, mit fast keinen Fehlern bei den Manövern, den verdienten Erfolg! Dank an die GUMBOOTS und ihre Crew, vor allem an Boie Carstens, der eingesprungen war und für die nötige Power an Genua und Spi sorgte!

Abends dann die Siegerehrung und entspannte Seglerfete, Diaschau mit Bildern von der Regattabahn, dank des Hauptsponsors
ATS und der von ihm gespendeten Sachpreise in Form von Gutscheinen, auch die GUMBOOTS gewann 75,- € (Umgesetzt in neue Bordschuhe für den Bowman, die alten waren auch für den Rest der Crew unerträglich...), dem Engagement des SVLF und den hervorragenden Bedingungen ( Sonne und 2-3 Bft ), ein sehr schöner Event zu dem die GUMBOOTS bestimmt wieder kommen wird.


Martin

01.08.2006 Die neue Mittelstrecke der Travemünder Woche nach Kühlungsborn
           und zurück

Am Donnerstag den 27.07. kommt Carsten nach Bad Schwartau um mit mir das Boot klar zu machen, nach Travemünde zu fahren und an der, für ihn einzigen Regatta während dieser Saison, teilzunehmen. In Travemünde angekommen, gibt es auch gleich das Skippermeeting: Ja, die Gruppeneinteilung ist in Ordnung, der Kurs soll von der Tonne Trave uber Lübeck-Gedser 2 und 3 nach Kühlungsborn ins Ziel führen. Bei den aktuellen Wetter- und Windvorhersagen (0-3 Bft. aus östlichen Richtungen) ein hochgestecktes Ziel.
Leider musste Sonja ihre Teilnahme absagen, Ersatz wurde gesucht und gefunden, Kea springt ein, herzlichen Dank dafür.
Am nächsten Tag geht es dann los, der Rest der Crew wird auf der Festlandseite von Travemünde abgeholt, Kea in ihre Aufgaben und das allgemeine Handling des Bootes eingewiesen, um 10.30 dann der Start bei der Tonne Trave, wir finden eine Lücke im Feld der startenden Boote und nach einer schnellen Wende auf den Steuerbordbug auch den freien Wind, fahren eine gute Kreuz und sind am ausgelegten Luvfass führendes Boot in unserer Gruppe. Die beste Vorraussetzung um bei dem anstehenden Halbwindkurs zur Tonne LG 2 vorne mitzufahren. Der Spinnacker wird nach vorne gebracht, um bald wieder eingepackt zu werden, denn aus dem Halbwind wird schnell eine Kreuz und außerdem der Wind immere weniger. Okay, wir suchen den optimalen Weg durch die Lübecker-Bucht, einige Boote halten westlich, andere suchen im Osten ihren Wind, wir versuchen an den Windkanten entlang zu segeln, richtig in die Dreher zu wenden, südlich von Dahmeshöved noch ein wenig den Strom zu nutzen, dann kommt über UKW von der Wettfahrtleitung die erlösende Meldung: Bahnverkützung und Ziel bei LG 2. Nach knapp 5 Stunden sind wir dort und nach einem sehr gut gesegelten Rennen, erstes Boot unserer Gruppe. Entsprechend
locker und entspannt schippern wir die GUMBOOTS nach Kühlungsborn, das angekündigte Unwetter blieb zum Glück aus. Dort angekommen, gibt es erstmal ein Begrüßungsbier, später werden bei dem netten Personal vom “Viel Meer” die Gutscheine in Bratwurst, Heringe in Sahnesoße, Paella, Bier und Wein umgesetzt. Alles in allem ein gelungener, erster Renntag, doch was wird Morgen sein ...

Also Heute, am Sonnabend den 29.07., soll es dann zurück gehen, doch erst einmal kämpfen wir uns an das hervorragende Frühstücksbüffet des “Viel Meer” heran, ausreichend gestärkt, nach Skippermeeting und Wetterberatung! laufen wir zum Start vor den Kühlungsborner Hafen. Der Schuß, und wir sind weit von der Startlinie entfernt, kommen absolut nicht in Schwung, am Luvfass dann letztes Boot ..... Es gibt nur eine Möglichkeit wieder nach vorne zu fahren, etwas anderes zu machen als die Konkurrenz! Leicht gesagt, bei einem Straßenbahnanlieger zur Tonne Wismar. Okay, wir suchen weit nördlich die Lücke in den Wolken, fahren an der Windkante entlang und langsam nach vorne, an der Tonne angekommen, liegen wir bereits auf Platz drei und eine totale Flaute stellt uns vor neue Herausforderungen. Und wieder scheint im Nordwesten der Wind einzusetzen und etwas links zu drehen, also gleich eine gerollte Wende, noch schlabbern die Segel am Rigg, doch langsam kommt der Wind und wir fahren, diesmal im Nordosten, an die in Führung liegende TABALUGA heran. Alles sieht gut aus, Bahnverkürzung ist verkündet, wieder bei der Tonne Lübeck-Gedser 2 soll das Ziel sein, doch 0,3 Meilen vor dem Ziel das totale Aus, Wind null, null Fahrt durch das Wasser und 1 Knoten über Grund lassen uns 5 Minuten nach der TABALUGA, als Zweite über das Ziel treiben. Durchaus ärgerlich, denn war doch die X 332 am ersten Tag zweites Boot und somit jetzt, durchaus verdient, Gesamtsieger. Egal, wir hadern nicht lange mit unserem Schicksal und motoren die restlichen 16 Meilen nach Travemünde. Abends noch die BBB (Bier, Bouletten, Brezeln)-Party! Mangels Stiefeln wurde dort das Bier aus Bootsschuhen getrunken!
Jungs, sagt nächstes Mal Bescheid, die GUMBOOTS hat zu mindest, immer ein paar Gummistiefel an Bord...

Martin

12.11.2006 Durch die Unterstützung der Sponsoren wurde die Siegerehrung des Ostsee-Cup 2006
           ein voller Erfolg, eine tolle Veranstaltung und ein würdiger Abschluß der Saison!
          
           Der Dank geht vor allem an:

 Einen besonderen Dank an Frauke Klatt, für das Bild, das alle in die Wertung
 gekommenen Yachten erhielten und ihre erklärte Bereitschaft, auch in Zukunft
 das Logo des Ostsee-Cup zu gestalten!
 

 Dem Moderator Volker Martel!
 

 Und dem Niendorfer Yacht-Club, als veranstaltenden
 Verein!
 

Berichte der Saison `06
 

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